Sonja Ertl

Prof. Dr. Sonja Ertl - seit 01.06.2024 an der Uni Augsburg - wir wünschen alles Gute!

Grundschulpädagogik und -didaktik mit dem Schwerpunkt inklusiver Umgang mit Heterogenität

Department Pädagogik
Institut für Grundschulforschung

90478 Nürnberg
Deutschland

Vita

Sonja Ertl
Beruflicher Werdegang
seit 15.10.2019 Juniorprofessorin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik mit dem Schwerpunkt inklusiver Umgang mit Heterogenität, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
09/2016 – 10/2019 Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Grundschul­päda­go­gik und -didaktik, Universität Augsburg
09/2014 – 09/2016 Lehrerin an der Grundschule Türkenstraße, München
2014 2. Staatexamen für das Lehramt an Grundschulen
2012 Promotion (Promotionsprojekt gefördert durch das BMBF)

Titel der Dissertation: Diagnosegenauigkeit von ErzieherInnen und LehrerInnen. Einschätzung schulrelevanter Kompetenzen in der Übergangsphase. (Erschienen im VS Verlag, Wiesbaden, 2013)

09/2012 – 09/2014 Lehramtsanwärterin an der Grundschule Türkenstraße, München
04/2008 – 03/2011 Promotionsstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität Mün­chen (Haupt­fach Grundschulpädagogik; Nebenfach Pädagogik)
01/2008 – 07/2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik an der Ludwig-Maximilians-Universität München
2007 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Grundschulen
10/2003 – 12/2007 Studium Lehramt an Grundschulen an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Hauptfach Mathematik und den Didaktikfächern Deutsch, Katholische Religion und Sport

Publikationen

Beiträge in Fachzeitschriften

2023

2022

2019

2012

Beiträge in Sammelwerken

2023

2022

2021

2020

2014

2012

2011

2009

Herausgegebene Bände

2024

2022

2020

Sonstige

2024

2023

2022

2021

2020

Projekte

  • NachhilFEE

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: 1. Dezember 2023 - 17. August 2024
    Mittelgeber: Stiftungen

    Seit dem Frühjahr 2020 werden im Nürnberger Land Schüler:innen, welche aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlichen Hilfebedarf haben, durch ein freiwilliges und kostenloses Nachhilfeangebot an ihrer Grund- oder Mittelschule unterstützt. 

    Die Personen, die das Nachhilfeangebot durchführen (sogenannte NachhilFEEn), leisten einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Lernentwicklung der Schüler:innen in einer 1:1-Betreuung oder einer Kleingruppe. Um das Wissen über die Gestaltung des Nachhilfeangebots zu erweitern und um optimale Unterstützungsangebote für NachhilFEEn zur Gestaltung qualitätsvoller Angebote zu entwickeln, werden in einem begleitenden Forschungsprojekt die NachhilFEEn mittels eines anonymisierten Online-Fragebogens im Frühjahr 2024 befragt. Weitere Anschlussstudien befinden sich derzeit in Planung. 

    Das Forschungsvorhaben wird vom Initiator Alexander Wexler finanziell unterstützt sowie von den Schulamtsdirektoren Joachim Schnabel und Jörg Baldamus im Nürnberger Land befürwortet.  

    Weitere Informationen zum Projekt NachhilFEE unter:  www.nachhilfe.schulen-nl.de/nachhilfee-wp/  

  • Der Einfluss von Diagnosewissen und professionellen Überzeugungen auf die qualitative Umsetzung von Lernentwicklungsgesprächen

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: 1. Juni 2023 - 31. Mai 2026
    Mittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Zentrales Ziel der Studie ist dieKlärung von Zusammenhängen zwischen dem Diagnosewissen (verstanden alsZusammenspiel eines allgemeinen Diagnosewissens als Teil desbildungswissenschaftlichen Wissens mit entsprechendem fachlichem undfachdidaktischem Wissen, das erforderlich ist, um die jeweiligen Inhalte angemessenzu erfassen) und den professionellen Überzeugungen von Lehrpersonen mit derQualität von Lernentwicklungsgesprächen (LEG) in der Grundschule. Untersuchtwerden zudem damit verbundene Effekte auf motivationale Aspekte des Lernens derKinder sowie die Auswirkungen von Fortbildungen in diesem Bereich. Inhaltlichfokussiert die Studie das Lesen- und Schreiben-Lernen.

     

    In der Vorgängerstudie konntegezeigt werden, dass die qualitative Umsetzung der LEG zum Teil deutlichzwischen einzelnen Lehrkräften und einzelnen LEG variiert. Nachweisen ließensich dann auch Zusammenhänge zwischen der Gestaltung der LEG und zentralenmotivationalen Aspekten des Lernens der Schülerinnen und Schüler. Unklar undbislang unerforscht ist jedoch die Frage nach den Ursachen für die Varianz inder qualitativen Umsetzung.

     

    LEG sind eine spezielle Form derLeistungsrückmeldung und somit das Ergebnis eines Diagnose- undBeurteilungsprozesses. Dabei ist ihr Ziel, die Schülerinnen und Schüler inihrem weiteren Lernprozess zu unterstützen. Aus diesem Grund ist anzunehmen,dass das Diagnosewissen und die professionellen Überzeugungen der Lehrpersoneneinen Einfluss auf die Gestaltung der LEG haben. Dieser Zusammenhang –verbunden mit der Frage der Förderbarkeit des entsprechenden Wissens und derVeränderung professioneller Überzeugungen durch eine Fortbildung – soll in dervorliegenden Studie untersucht werden. 

     

    Der Studie liegt einInterventions-Warte-Kontrollgruppen-Design zugrunde. Auf Seite der Lehrpersonenwerden das Diagnosewissen und die professionellen Überzeugungen (vor und nacheiner Fortbildung) erfasst. Die Schülerinnen und Schüler werden zu ihrerWahrnehmung der LEG (bzgl. der Komponenten „lernunterstützende Rückmeldung“,„hilfreiche und passende Ziele“ und „Berücksichtigung der Selbsteinschätzung“)sowie (vor und nach den LEG sowie am Ende des Schuljahres) zu motivationalenAspekten des Lernens bezogen auf das Lesen- und Schreiben-Lernen befragt.

     

  • Präkonzepte Kinderrechte

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: seit 1. Oktober 2021

    Theorie und Forschungsstand

    In der Studie soll beantwortet werden, was Grundschüler*innen über ihre Kinderrechte wissen und wie sie deren Umsetzung im Schulalltag wahrnehmen.

    Im Sinne des konstruktivistischen Lernens muss neu zu erwerbendes Wissen anschlussfähig an die vorhandenen Lernvoraussetzungen sein. Damit ist die Erfassung von Präkonzepten (Vorwissen, Vorerfahrungen etc.) der Schulkinder wichtig, um darauf aufbauend adaptive, an das Vorwissen der Kinder anschließende, Lernangebote zur Verfügung stellen zu können (z. B. Möller, 2018; 2000). Dies gilt auch für das Wissen der Kinder über ihre Rechte. 

    Die Notwendigkeit, dass Kinder Wissen über Kinderrechte haben und über ihre Rechte informiert werden müssen, ist in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben (bmfsfj, 2018), im Beschluss der Kultusministerkonferenz zur Menschenrechtsbildung in der Schule verankert (KMK, 2018, S. 3) und im LehrplanPLUS für den HSU-Unterricht in den Jahrgangsstufen 3/4 aufgenommen (Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, 2014, S. 241).

    Es liegen einzelne wenige Studien vor, die das Wissen und die Vorerfahrungen der Kinder zum Thema Kinderrechte erfassen. Die Ergebnisse der Studie Children’s Worlds+ (Andresen & Möller, 2019) und des LBS-Kinderbarometers (Müthing, Razakowski & Gottschling, 2018) zeigen, dass die Mehrheit der befragten Kinder kein Wissen über Kinderrechte und die UN-Kinderrechtskonvention besitzt. Ob die Kinder tatsächlich kein Wissen darüber haben oder mit dem Begriff des Rechts nicht vertraut sind, bleibt dabei ungeklärt. Hier schließt die vorliegende Studie an, indem Präkonzepte von Grundschulkindern qualitativ erhoben werden. Es soll geklärt werden, woher die Kinder ihr Wissen und ihre Vorstellungen haben, welche Bedeutung sie den Kinderrechten beimessen und wie sie deren Umsetzung im Schulalltag wahrnehmen. Ebenso soll untersucht werden, welches Rechtsverständnis bei den Kindern vorliegt.

    Fragestellungen

    Zentrales Ziel der Studie ist die Beantwortung der Frage, welche Vorstellungen bei Grundschüler*innen über ihre Kinderrechte bestehen und wie sie deren Umsetzung im Schulalltag wahrnehmen. 

    Im Fokus stehen die beiden folgenden Fragestellungen:

    1. Welche Präkonzepte liegen bei Grundschüler*innen über ihre Kinderrechte vor?
    2. Wie nehmen Grundschüler*innen die Umsetzung der Kinderrechte im Schulalltag wahr?

    Methode

    Zur Erfassung der Präkonzepte werden leitfadengestützte Interviews mit Grundschulkindern der Jahrgangsstufen 3 und 4 durchgeführt. Es wird insgesamt ein N von 40 Schüler*innen anvisiert. 

    Aus den Daten einer Vorstudie wurde bereits ein Kategoriensystem deduktiv-induktiv entwickelt, mit dessen Hilfe die Interviews inhaltsanalytisch nach Mayring (2015) ausgewertet werden.

    Literatur

    Andresen, S. & Möller, R. (2019). Children's Worlds+. Eine Studie zu Bedarfen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Gesamtauswertung.

    Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. (2014). LehrplanPLUS Grundschule. Lehrplan für die bayerische Grundschule. Würzburg: Stürtz GmbH.

    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (bmfsfj). (2018). VN-Kinderrechtskonvention. Verfügbar unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/kinder-und-jugend/kinderrechte/vn-kinderrechtskonvention/vn-kinderrechtskonvention-86544. [Stand: 29.09.2021]. 

    Mayring, P. (2015). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (12. Aufl.). Weinheim, Basel: Beltz Verlag.

    Möller, K. (2000). Lernen als Veränderung von . Theoretische Bezugspunkte zu den Begriffen Präkonzept und Postkonzept. In Kommission für Lehrplan und Lehrmittelfragen der Erziehungsdirektorin des Kantons Bern (Hrsg.), Lernwelten: Natur, Mensch, Mitwelt (S. 26-28). Bern: Berner Lehrmittel und Medienverlag.

    Möller, K. (2018). Die Bedeutung von Schülervorstellungen für das Lernen im Sachunterricht. In M. Adamina, M. Kübler, K. Kalcsics, S. Bietenhard & E. Engeli (Hrsg.), „Wie ich mir das denke und vorstelle…“. Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu Lerngegenständen des Sachunterrichts und des Fachbereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (S. 35–50). Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

    Müthing, K., Razakowski, J. & Gottschling, M. (2018). LBS-Kinderbarometer Deutschland 2018. Stimmungen, Trends und Meinungen von Kindern aus Deutschland.

    KMK. (2018). Menschenrechtsbildung in der Schule. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 04.12.1980 i.d.F. vom 11.10.2018.

  • Demokratiebildung im Grundschulalter – eine Bedarfsanalyse

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: 1. Oktober 2021 - 31. März 2022
    Mittelgeber: Stiftungen

    Im Auftrag und in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) wird im Rahmen des Projekts eine Bedarfsanalyse zur „Demokratiebildung im Grundschulalter“ durchgeführt, mit dem Ziel vorhandene Praxisbedarfe für eine qualitätsvolle und grundlegende Demokratiebildung im Grundschulalter zu eruieren. 

    Zunächst werden über eine Desktoprecherche bereits identifizierte Handlungsbedarfe erfasst und gebündelt. Daran schließt sich im Rahmen eines querschnittlichen Mixed-Methods-Design eine Bedarfserhebung bei verschiedenen Akteursgruppen an. In einer Delphie-Befragung sollen ausgewählte Expertinnen und Experten aus beispielsweise Wissenschaft, Praxis und Administration zu Praxisbedarfen zur Demokratiebildung im Grundschulalter befragt werden und identifizierte Bedarfe diskutieren. Parallel dazu ist eine bundesweite Online-Befragung in den verschiedenen Akteursgruppen geplant. Zudem sind vertiefende Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Praxis, Administration etc. anvisiert.

    Aus den eruierten Praxisbedarfen werden schließlich konkrete Handlungsempfehlungen, unter Berücksichtigung der verschiedenen Akteursgruppen, abgeleitet.

  • Inklusionsbezogenes pädagogisches Wissen und inklusionsbezogene Überzeugungen angehender Grundschullehrkräfte

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: seit 14. Januar 2021
    Finanzierung

    Das Kooperationsprojekt wird aus der Emerging Talents Initiative der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie aus Eigenmitteln des Instituts für Grundschulforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und -didaktik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg finanziert.

    Theoretisch-empirische Einbettung

    Empirisch gestützte Modelle der professionellen Kompetenzvon Lehrkräften (z.B. Baumert & Kunter, 2011) verweisen auf die Bedeutung professioneller Überzeugungen und professionellen Wissensfür die Qualität des Unterrichts und die Leistungs- undPersönlichkeitsentwicklung der Schüler:innen. Wenngleich dieseKompetenzfacetten auch für inklusive Settings gelten sollten, ist anzunehmen,dass ein inklusiver Unterricht darüber hinaus positive inklusionsbezogene Überzeugungen sowiespezifisches Wissen erfordert, um konstruktiv mit den besonderen Bedürfnissenaller Schüler:innen umzugehen. In Kompetenzmodellen für inklusive Settings (z.B. König etal., 2019) findet diese Annahme Berücksichtigung: Neben allgemeinen Kompetenzen(z.B. im Bereich der Diagnose, Intervention, Beratung) wird insbesonderespezifisches Wissen zur Inklusion bzw. zu inklusivem Unterricht als relevanterachtet, um Lern- und Entwicklungsprozesse konstruktiv gestalten zu können. Zwar liegen bereits Befunde zu professionellen Überzeugungenund zum pädagogischen Wissen angehender Lehrkräfte vor, doch derenZusammenspiel im Kontext der Inklusion bleibt bislang weitgehendunberücksichtigt. Auch geben die vorliegenden Studien kaum Auskunft über Grundschullehramtsstudierende und Studienanfänger*innen. Diesen Desideratawidmet sich das Kooperationsprojekt InkluWi. Dabei wird ein weites Verständnisvon Inklusion zugrunde gelegt, in dem nicht nur Kinder mit sonderpädagogischemFörderbedarf berücksichtigt werden, sondern alle Kinder mit besonderenpädagogischen Bedürfnissen.

    Fragestellungen

    Die Studie fragt nach Ausprägung und Zusammenhängen voninklusivonsbezogenen Überzeugungen (Einstellungen und Selbstwirksamkeitserwartungen) undinklusionsbezogenem pädagogischen Wissen beginnender und fortgeschrittener Grundschullehramtsstudierender.Im Einzelnen wird folgenden Teilfragestellungen nachgegangen:

    • Wie sind die inklusionsbezogenen Überzeugungen und das inklusionsbezogenepädagogische Wissen beginnender und fortgeschrittenerGrundschullehramtsstudierender ausgeprägt?
    • Unterscheiden sich beginnende und fortgeschritteneGrundschullehramtsstudierende in ihren inklusionsbezogenen Überzeugungen oder ihreminklusionsbezogenen pädagogischen Wissen?
    • Gibt es Zusammenhänge zwischen den inklusionsbezogenen Überzeugungenund dem inklusionsbezogenen pädagogischen Wissen von Grundschullehramtsstudierenden?
    • Lässt sich das inklusionsbezogenen pädagogische Wissen vonGrundschullehramtsstudierenden (unter Kontrolle von Hintergrundmerkmalen) durchderen inklusionsbezogene Überzeugungen erklären?

    Methode

    Zur Beantwortung dieser Fragestellung wird seit demSommersemester 2021 an mehreren bayerischen Universitätsstandorten einequerschnittliche Online-Befragung zu inklusionsbezogenen Überzeugungen (Adaption:KIESEL, Bosse & Spörer, 2014) und zum inklusionsbezogenen pädagogischen Wissen(Adaption: GPK-IT, Gerhard et al., 2020; BilWiss2.0, Kunina-Habenicht et al.,2020) von Grundschullehramtsstudierenden am Beginn und am Ende des Studiumsdurchgeführt. Die Forschungsfragen sollenmittels deskriptiver, inferenzstatistischer und strukturgleichungsanalytischerVerfahren beantwortet werden.

    Bedeutsamkeit

    Die Ergebnisse der Studie könnten einen Beitrag zurSchließung der skizzierten Forschungslücken im Bereich der professionellenKompetenz von angehenden Grundschullehrkräften für das Unterrichten ininklusiven Settings leisten. Ferner wird die Identifikation möglicherAnpassungsbedarfe des universitären Lehrangebots erwartet, die Ansatzpunkte füreine optimierte Professionalisierung angehender Grundschullehrkräfte fürinklusiven Unterricht darstellen könnten. Neben diesen inhaltlichen Zielendient die Studie der Pilotierung und Adaption vorliegender Instrumente für dieZielgruppe der (angehenden) Grundschullehrkräfte und deren professionelleKompetenz im Hinblick auf den inklusiven Umgang mit Heterogenität in all ihrenFacetten. Auf dieser Grundlage sollen Anschlussstudien im Berufsfeld Effekteder inklusionsbezogenen professionellen Kompetenz auf die Unterrichtsqualität und dieEntwicklung der Lernenden in den Blick nehmen.

    Literaturangaben

    Baumert, J. & Kunter, M. (2011). Das Kompetenzmodell vonCOACTIV. In M. Kunter, J. Baumert, W. Blum, U. Klusmann, S. Krauss & M.Neubrand (Hrsg.), Professionelle Kompetenz von Lehrkräften. Ergebnisse desForschungsprogramms COACTIV (29–53). Münster u.a.: Waxmann.

    Bosse, S. & Spörer, N. (2014). Erfassung der Einstellungund der Selbstwirksamkeit von Lehramtsstudierenden zum inklusiven Unterricht.Empirische Sonderpädagogik, 6(4), 279-299.

    Gerhard, K., Kaspar, K., König, J. & Melzer, C. (2020).Pädagogisches Wissen für inklusiven Unterricht (GPK-IT) undBildungswissenschaftliche Ausbildungsinhalte zu Inklusion (OTL Inklusion).Dokumentation der Instrumente für die Kompetenzmessung und Erfassung vonLerngelegenheiten bei (angehenden) Lehrkräften. Universität zu Köln:Heterogenität und Inklusion gestalten Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung(ZuS).

    König, J., Gerhard, K., Kaspar, K. & Melzer, C. (2019).Professionelles Wissen von Lehrkräften zur Inklusion: Überlegungen zurModellierung und Erfassung mithilfe standardisierter Testinstrumente.Pädagogische Rundschau, 73(1), 43-64.

    Kunina-Habenicht, O., Maurer, C., Wolf, K., Holzberger, D.,Schmidt, M., Dicke, T., Teuber, Z., Koc-Januchta, M., Lohse-Bossenz, H.,Leutner, D., Seidel, T. & Kunter, M. (2020). Der BilWiss-2.0-Test. Einrevidierter Test zur Erfassung des bildungswissenschaftlichen Wissens von(angehenden) Lehrkräften. Diagnostica 66(2), 80–92.

    Vortragstätigkeiten

    Liebner, S., Elting, C. & Ertl, S. (28.09.2023). Von wissenden Zweiflern und unwissenden Überzeugten – Inklusives Wissen und inklusive Überzeugungen angehender Grundschullehrkräfte. Vortrag auf der 31. Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe der DGfE (Veranstalter: DGfE, Universität Siegen).

    Liebner, S., Elting, C. & Ertl, S. (26.07.2023). Inklusive professionelle Kompetenzen von Grundschullehramtsstudierenden. Ergebnisse aus dem Projekt InkluWi. Vortrag auf dem Tag der Forschung der Philosophischen Fakultät und des Fachbereichs Theologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

    Liebner, S., Elting, C. & Ertl, S. (28.02.2023). Inklusives pädagogisches Wissen von Studierenden des Grundschullehramts zwischen Unsicherheit und Evidenz. Vortrag auf der 10. Jahrestagung der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung (GEBF) (Veranstalter: GEBF, Universität Duisburg-Essen).

    Elting, C., Liebner, S. & Ertl, S. (17.01.2023). Professionalisierung für das Unterrichten in inklusiven Setting. Inklusives pädagogisches Wissen, inklusive Überzeugungen und inklusive Lerngelegenheiten von Grundschullehramtsstudierenden. Eingeladener Vortrag im Rahmen der WegE-Lectures des Projektes WegE, Wegweisende Lehrerbildung der Universität Bamberg (Veranstalter: ZLB, Universität Bamberg).

    Liebner, S., Elting, C. & Ertl, S. (07.12.2022). Inklusives Wissen und inklusive Überzeugungen von Grundschullehramtsstudierenden. Erste Ergebnisse aus dem Projekt InkluWi. Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums „Empirische Bildungsforschung“ der Pädagogischen Hochschule Freiburg (Veranstalter: PH Freiburg).

    Elting, C., Ertl, S. & Liebner, S. (28.09.2022). Inklusive Lerngelegenheiten, inklusives pädagogisches Wissen und inklusive Überzeugungen von Grundschullehramtsstudierenden. Erste Ergebnisse aus dem Projekt InkluWi. Vortrag im Rahmen der AG Inklusion der Konferenz für Grundschulpädagogik und -didaktik an bayerischen Universitäten (Veranstalter: AG Inklusion, LMU München)

    Elting, C., Ertl, S. & Liebner, S. (20.09.2022). Wie nachhaltig ist das Grundschullehramtsstudium? Zusammenhänge zwischen Merkmalen des Studiums, inklusivem pädagogischen Wissen und inklusiven Überzeugungen von Grundschullehramtsstudierenden aus dem Projekt InkluWi. Vortrag auf der 30. Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe der DGfE (Veranstalter: DGfE, Universität Regensburg).

    Elting, C., Ertl, S. & Liebner, S. (12.11.2021).Inklusives pädagogisches Wissen und inklusive Überzeugungen zukünftigerGrundschullehrkräfte – erste Ergebnisse einer Pilotstudie. Eingeladener Vortragim Rahmen des 15. Workshops des Interdisziplinären Zentrums für empirischeLehrer*innen- und Unterrichtsforschung (IZeF) der Universität zu Köln:Kompetenzmessung und Prüfung der Wirksamkeit der Lehrer*innenbildung imHandlungsfeld Qualitätssicherung der Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung(Veranstalter: IZeF, Universität zu Köln).

  • Mitbestimmung und Unterrichtsqualität: Zusammenhänge zwischen der Umsetzung des Kinderrechts auf Mitbestimmung und gutem Unterricht in der Grundschule

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: seit 1. Januar 2021
  • Lernentwicklungsgespräche - Effekte auf Fähigkeitsselbstkonzept, Attributionen und Motivation von Kindern im Grundschulalter

    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)

    Laufzeit: 1. Januar 2019 - 30. September 2021
    Mittelgeber: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)

    Zentrales Ziel der Studie ist die Beantwortung der Frage, inwieweit Lernentwicklungsgespräche günstige Auswirkungen auf motivationale Aspekte des Lernens von Grundschulkindern haben, wenn sie entsprechend zentraler Elemente des Formativen Assessments durchgeführt werden. Untersucht werden sollen das Fähigkeitsselbstkonzept, Attributionen sowie die Qualität der Motivation. Lernentwicklungsgespräche – Gespräche zwischen Schüler*in und Lehrer*in im Beisein mindestens eines Erziehungsberechtigten – stellen ein Verfahren der Leistungsrückmeldung (und -beurteilung) dar, in dem zentrale Elemente Formativen Assessments gut umgesetzt werden können, wie z.B. der Einbezug von Selbstwertung/Selbstreflexion, Rückmeldungen zu Lernstand und Lernentwicklung unter Verwendung kriterialer und individueller Bezugsnorm, lernförderliches Feedback sowie die Vereinbarung klarer Ziele. Verschiedene Studien bestätigen positive Effekte des Formativen Assessments auf die motivationalen Aspekte des Lernens, allerdings nur dann, wenn die einzelnen Elemente auf tiefenstruktureller Ebene umgesetzt werden. Da bezüglich der konkreten Umsetzung von Lernentwicklungsgesprächen kaum inhaltliche oder methodische Vorgaben bestehen, ergibt sich hier eine große Varianz. Die bisher durchgeführten Forschungsarbeiten zu Lernentwicklungsgesprächen beziehen sich vorrangig auf die gesprächsanalytische Perspektive. Zur (Qualität der) Umsetzung sowie zu den Effekten von Lernentwicklungsgesprächen gibt es kaum empirische Evidenz. Diese Lücke soll mit der geplanten Studie geschlossen werden. Zu diesem Zweck wird die Qualität von Lernentwicklungsgesprächen aus Sicht der beteiligten Schüler*innen und Lehrpersonen sowie durch externe Beobachtung erhoben. Die Effekte auf Fähigkeitsselbstkonzept, Attributionen und Motivation werden mithilfe eines Prä-Post-Follow-Up-Designs untersucht.

  • EriK-4 - Emotionen und Emotionsregulation in Jahrgangsstufe 4

    (Projekt aus Eigenmitteln)

    Laufzeit: seit 15. September 2018

    Zentrales Ziel dieses Projekts ist, Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe abzuleiten, die aufgrund ungünstiger Emotionen in dieser Zeit ihre Leistung nicht entsprechend abrufen können. Die 4. Jahrgangsstufe und der Übertritt von der Grundschule in die weiterführende Schule stellen aufgrund ihres festgelegten Zeitpunktes und der Gültigkeit für alle Kinder ein normatives Ereignis (Kurtz, Watermann, Klingebiel & Szczesny, 2010) und damit einen normativen Stressor dar (Beyer & Lohaus, 2007, S. 12). Im Laufe eines Schuljahres erfolgen subjektive Bewertungen verschiedener Situationen und entsprechend werden positive oder negative Emotionen erlebt (vgl. hierzu z.B. Kontroll-Werttheorie, Pekrun, 2006). Entscheidend dafür, ob die erlebte Emotion als Herausforderung oder Bedrohung (s. Lazarus & Folkmann, 1984; zit. nach Kurtz et al., 2010) wahrgenommen wird, sind nicht nur Häufigkeit und Intensität der erlebten Emotionen, sondern auch die Nutzung von Regulationsstrategien und daraus folgend die Bewältigung der Situation (Lazarus & Launier, 1981; zit. nach ebd.). Deswegen sollen im Projekt anhand einer längsschnittlich angelegten Studie die Emotionen sowie die Emotionsregulation der Kinder kurz vor, während und nach dem 4. Schuljahr erfasst werden, um daraus gezielte Maßnahmen für bestimmte Schüler(innen)-Gruppen und/oder bestimmte Zeiträume ableiten zu können.

Mitgliedschaften

DGfE (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft), Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe; weitere Infos: Homepage DGfE

AG Inklusion der Konferenz der bayerischen Grundschulpädagoginnen und -pädagogen